COnWäB: CO2-negative rmeerzeugung und Bodenschutz

CO2 dauerhaft (!) binden, Wärme erzeugen, den Boden schützen - das geschieht mit dem miterago-Konzept "COnWäB".

Der Beginn sind Agroforststreifen, also Baumreihen auf Ackerflächen, die dort Positives bewirken, dann als Energieholz geerntet werden und in einer Pyrolyseanlage Wärme und Pflanzenkohle erzeugen. Nährstoffbeladene Pflanzenkohle kann wiederum deutlich zur Bodenfruchtbarkeit beitragen. Und der Kohlenstoff in der Pflanzenkohle ist so stabil, dass dauerhaft CO2 aus der Atmosphäre entfernt wird und CO2-Senkenzertifikate ausgestellt werden können. Aber der Reihe nach:

Agroforst, gut fürs Klima und die Landwirtschaft: Der Aufwuchs von Baumreihen auf den Ackerflächen bindet CO2 aus der Atmosphäre und setzt es in Biomasse um. Die Gehölzreihen bremsen die Windgeschwindigkeit ab und verringern damit die Austrocknung der oberen Bodenschicht und die Bodenerosion. Beschattung, tiefgehendes Wurzelwerk, Laub und Wildkräuter in den Baumreihen fördern die Taubildung, das Mikroklima, den Humusaufbau und die Artenvielfalt. Die Vorteile hat das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft "hier" zusammengefasst. Detaillierte Informationen zu Agroforstsystemen gibt es beim Deutschen " Fachverband für Agroforstwirtschaft "

Pyrolyse, dieses Verfahren macht den Unterschied: Das Holz aus den Gehölzstreifen wird so geerntet, dass aus den Stümpfen neue Triebe sprießen können, einige Reihen für die gute Wirkung vorerst noch stehen bleiben. Die geernteten Holzhackschnitzel werden natürlich getrocknet und wandern anschließend in eine Pyrolyseanlage. Die "Pyrolyse" ist ein Verbrennungsprozess, in dessen Verlauf biogene Stoffe bei hohen Temperaturen, hohem Druck und unter Luftausschluss zerlegt und die Feststoffe weitgehend auf ihren Kohlenstoffgehalt reduziert werden, also verkohlen. Das Verfahren ist stark exothermer, also ein wärmeliefernder Prozess. Die Wärme wird ausgekoppelt und kann in Wärmenetze eingeleitet werden. Pyrolysegase und -öle können ebenfalls thermisch verwertet werden. Außerdem entsteht Pflanzenkohle, die auf dem Markt nachgefragt ist.

Pflanzenkohle, Hoffnung und Antwort: In der Pflanzenkohle ist Kohlenstoff der Biomasse langfristig gespeichert und es wird somit der Atmosphäre dauerhaft CO2 entzogen. Der Gesamtprozess ist CO2-negativ, so dass CO2-Senken-Zertifikate ausgestellt und verkauft werden können. Mit "Missing Link" zur Einhaltung des 1.5°-Limits betitelte schon 2018 der Solarenergie Förderverein Deutschland e.V. seinen Beitrag über das Potential von Pflanzenkohle und beschreibt darin die besonderen Eigenschaften.

Pflanzenkohle zurück auf die Äcker: In steuerbaren, kohlenstoffeffizienten und emissionsarmen Pyrolyseanlagen entsteht Pflanzenkohle, die – mit Nährstoffen aus Kompost, Gülle oder Gärresten aufgeladen – auf Ackerflächen ausgebracht und dort positiv wirken kann. Seit April 2023 gibt es die Richtlinie des Europäischen Pflanzenkohlezertifikats einschließlich eines Kontrollsystems, das die nachhaltige Produktion und die Qualität von Pflanzenkohle sicherstellt. Die riesige Oberfläche und das große Porenvolumen machen Pflanzenkohle zum Dreh- und Angelpunkt für Nährstoffe, Gase, Wasser und Mikroorganismen, zum Puffer für den Ph-Wert, zum Adsorbtionskörper für Schwermetalle im Boden und vieles mehr. Eine Übersicht über das große Potential von Pflanzenkohle in der Landwirtschaft ist "hier" ersichtlich.